Der Name "Spay" scheint keltischen Ursprungs zu sein. Hinsichtlich der Deutung der mittelalterlichen Schreibweise gibt es aber keine einhellige Meinung. Einleuchtend wäre die Abteilung des Namens von dem Wort "spah" = spähen, wobei man auf die geographische Lage des Ortes schließen kann, der hier durch die starke Krümmung des Rheins gleich einer Landzunge in den Fluß ragt und somit einen weiten Überblick, also einen idealen Ort zum "Spähen", bietet.

Für das Vordringen der Römer unter Caesar haben wir neben den 1957 in Niederspay entdeckten Grundmauern einer römischen Villa einen heute noch sichtbaren Beweis: Es waren nämlich Römer, die die ersten Reben und Kirschbäume in unser Land brachten. Nach Beendigung der Römerherrschaft Mitte des 5. Jahrhunderts wurde das Gebiet Teil des ostfränkischen Königreiches. 843 im Vertrag von Verdun kam es unter den Karolingern an Lothringen und kurz darauf an Frankreich.

Erst 925 wurde es vom Sachsenkaiser Heinrich I. zurückgewonnen. Die älteste Urkunde, in der unter anderem auch "Spay" unter dem Schutz Ludwigs des Frommen genommen wird, geht auf das Jahr 816 zurück. Das 17. Jahrhundert und mit ihm der 30jährige Krieg ließen wie überall zahlreiche Spuren und Mißstände zurück. Unter anderem war in diesen Stürmen des Krieges auch die alte Pfarrkirche in Niederspay baufällig geworden, was zum Bau einer neuen Kirche zwang, die 1670 fertig gestellt wurde. Als diese Ende des 19. Jahrhunderts zu klein wurde, entstand unter Pfarrer Roller und dank der großzügigen Unterstützung der Baronin von Merken zu Gerhard die heutige Pfarrkirche, die am 20. Dezember 1900 eingeweiht wurde.

Die geographische Lage von Spay ließ den Bewohnern in wirtschaftliche Hinsicht zahlreiche Möglichkeiten offen. Seit alters her lebte ein Großteil als Fischer. Da aber das nichtausgebaute Flußbett des Rheins für die Schiffahrt Lotsen erforderlich machte, wurden Nieder- und Oberspay Lotsendörfer. Die Lotsen gehörten bald zu den wohlhabendsten Bürgern. Entscheidenstes Ereignis der letzten Jahrzehnte war die Zusammenlegung von Niederspay und Oberspay zur Gemeinde Spay im Jahre 1969, der die Eingliederung in die Verbandsgemeinde Rhens und den neugegliederten Landkreis Mayen-Koblenz folgte.

Spay hat sich zu einer attraktiven Wohngemeinde entwickelt, die ebenfalls in den letzten Jahrzehnten ihre Einwohnerzahl auf nunmehr rund 2000 beträchtlich erhöht hat. Die Ortsgemeinde Spay wurde seitens des Landes Rheinland-Pfalz im Jahre 1995 als Maßnahmenschwerpunkt der Dorferneuerung anerkannt. Diese Aufgabe wird für die Ortsgemeinde noch bis Ende der neunziger Jahre Schwerpunkt ihrer Aktivitäten sein. Mit der Gemeinde Spay sur Sarthe in Frankreich besteht seit 1983 eine Partnergemeinschaft.  

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